Tradition, Teamgeist und grenzüberschreitende Kooperation

Euregio-Wintersporttag der land- und forstwirtschaftlichen Fachschulen aus Tirol, Südtirol und dem Trentino

  • Förderung von Austausch und Zusammenarbeit zwischen Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften
  • Erfolgreiche Kooperationen und gemeinsame Projekte der Fachschulen 

Diese Woche drehte sich nicht nur in Kitzbühel, sondern auch in Rotholz alles um den Wintersport. Die land- und forstwirtschaftlichen Fachschulen der Europaregion Tirol, Südtirol und Trentino haben sich vergangenen Donnerstag zu ihrem traditionellen Wintersporttag getroffen. Die Veranstaltung, die bereits seit dem Jahr 1995 stattfindet, steht nicht nur im Zeichen des sportlichen Wettbewerbs, sondern auch der langjährigen Zusammenarbeit zwischen den Regionen. Der Wintersporttag wird jedes Jahr von einer anderen Schule ausgerichtet – bei der diesjährigen 29. Ausgabe war die Landwirtschaftliche Lehranstalt (LLA) Rotholz Gastgeber. 

„Ich darf allen – natürlich allen voran den Siegerinnen und Siegern – aber auch allen anderen Beteiligten herzlich gratulieren. Denn bei dieser Veranstaltung geht es um weit mehr als sportliche Erfolge allein. Die land- und forstwirtschaftlichen Fachschulen der Europaregion setzen mit gemeinsamen Projekten und Veranstaltungen wie diesen ein starkes Zeichen für den grenzüberschreitenden Austausch und die Zusammenarbeit in der Europaregion. Der Wintersporttag ist ein perfektes Beispiel dafür, wie sportliche und fachliche Begegnungen die Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg fördern können“, beglückwünschte LHStv Josef Geisler bei der Siegerehrung alle TeilnehmerInnen. Neben dem sportlichen Austausch steht vor allem der persönliche Kontakt zwischen den Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften im Vordergrund.

Dabei sein ist alles

Seit der ersten gemeinsamen Ausgabe mit Südtirol im Jahr 1995 hat sich der Wintersporttag ganz nach dem olympischen Gedanken „Dabei sein ist alles“ zu einem wichtigen Ereignis für die land- und forstwirtschaftlichen Fachschulen in Tirol, Südtirol und dem Trentino entwickelt. Jede der landwirtschaftlichen Fachschulen nominiert dabei je drei Schülerinnen und Schüler pro Disziplin. Im heurigen Jahr sind insgesamt 134 SchülerInnen in den Disziplinen Ski Alpin, Rodeln, Snowboard und Langlauf angetreten. Davon 74 SchülerInnen aus Tirol, 48 SchülerInnen aus Südtirol sowie 12 SchülerInnen aus dem Trentino. Die einzelnen Bewerbe wurden rund um den Achensee – in Maurach und Pertisau ausgetragen. Bewertet wurden nicht nur Einzelleistungen, sondern auch Mannschaftsleistungen pro Schule. Den ersten Platz in der Gruppenwertung holten sich in diesem Jahr die Schülerinnen und Schüler der LLA Weitau/St. Johann gefolgt von der LLA Rotholz und der LLA Imst.

Auch die Lehrkräfte zeigen vollen Einsatz – in eigenen Klassen treten sie in denselben Disziplinen an und messen sich mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Regionen. „Der Wintersporttag ist längst zu einer Tradition geworden, die weit über den sportlichen Wettbewerb hinausgeht. So wird der Austausch und der Teamgeist nicht nur unter den Schülerinnen und Schülern, sondern auch zwischen den Lehrkräften gefördert“, freute sich auch Josef Norz, Direktor der LLA Rotholz und betonte weiter: „Es ist eine wunderbare Gelegenheit, den Euregio-Gedanken zu leben und die Zusammenarbeit zwischen den Schulen der drei Regionen zu stärken.“ Jede Schule der Region habe zudem eine Partnerschule im jeweiligen Nachbarland. Im Fall der LLA Rotholz ist die Partnerschule das Istituto Agrario di San Michele im Trentino. 

Starke Kooperationen der Fachschulen über die Grenzen hinweg

Neben dem Wintersporttag haben die Schulen über die Jahre zahlreiche weitere gemeinsame Projekte und Initiativen etabliert. So werden beispielsweise gemeinsame Fachwettbewerbe im landwirtschaftlichen und hauswirtschaftlichen Bereich und alle zwei Jahre ein Kulturtag organisiert. Zudem wurde eine erfolgreiche Ausbildungskooperation in Form der Euregio-Mobilitätswoche etabliert. Dabei wechseln Schülerinnen und Schüler der 2. Klassen im Bereich Landwirtschaft für eine Woche ihre Stammschule, um an speziellen Ausbildungsprogrammen in verschiedenen Schulen der Europaregion – von der Technik des Korbflechtens bis hin zu praktischen Fertigkeiten wie dem Bau von Trockensteinmauern – teilzunehmen. 

Die langjährige Kooperation wird auch durch die regelmäßigen Treffen der Direktorinnen und Direktoren der Fachschulen gestärkt. Seit über 15 Jahren findet die gemeinsame Euregio-Konferenz statt, bei der die Schulen ihre Erfahrungen austauschen und neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit erörtern. 


Factbox:Teilnehmende Fachschulen aus der Europaregion

Insgesamt 134 SchülerInnen traten in den Disziplinen Ski Alpin, Rodeln, Snowboard und Langlaufen an. 

Tirol: 

  • Fachschule für ländliches Betriebs- und Haushaltsmanagement Landeck
  • LLA Imst
  • LLA Rotholz
  • LLA Weitau/St. Johann
  • LLA Lienz

Südtirol: 

  • Fachschule Laimburg
  • Fachschule Fürstenburg
  • FS Hauswirtschaft und Ernährung Kortsch
  • Fachschule für Landwirtschaft, Hauswirtschaft und Ernährung Dietenheim
  • Fachschule für Hauswirtschaft und Ernährung Tisens
  • Fachschule für Land- und Hauswirtschaft Salern

Trentino: 

  • Istituto Agrario di San Michele