LHStv Wohlgemuth: „Integration durch Mehrsprachigkeit fördern“

21. Februar: Internationaler Tag der Muttersprache

  • Fünf häufigste Sprachen in Tirol neben Deutsch: Bosnisch/Serbisch/Kroatisch, Türkisch, Italienisch, Arabisch, Ungarisch
  • Muttersprachlicher Unterricht in 19 Sprachen an Tirols Schulen

Von den insgesamt rund 776.000 in Tirol lebenden Menschen sind 18,7 Prozent (rund 145.000 Personen) keine österreichischen StaatsbürgerInnen (Landesstatistik Tirol, 2024). Für viele von ihnen ist Deutsch eine Zweitsprache. Anlässlich des bevorstehenden Internationalen Tages der Muttersprache am 21. Februar hebt Integrationsreferent und Landeshauptmann-Stellvertreter Philip Wohlgemuth gemeinsam mit Bildungslandesrätin Cornelia Hagele die Bedeutung der sprachlichen Vielfalt sowie das Angebot des muttersprachlichen Unterrichts an Tiroler Schulen für ein gutes Zusammenleben in Tirol hervor.

„Unsere Sprache verbindet und schafft die Basis für gegenseitiges Verständnis und Zusammenhalt. Wo verschiedene Sprachen und Kulturen zusammentreffen, können Menschen von- und miteinander lernen. Nur so können gemeinsame Werte und Normen erkannt und vereinbart werden“, erklärt LHStv Wohlgemuth.

Mehr Sprachen, mehr Chancen

Neben Deutsch sind die fünf häufigsten Sprachen in Tirol Bosnisch/Serbisch/Kroatisch, Türkisch, Italienisch, Arabisch und Ungarisch. „Das Beherrschen der Muttersprache ist eine entscheidende Grundlage für das erfolgreiche Erlernen der deutschen Sprache – das zeigen zahlreiche Studien. Umso erfreulicher ist es, dass in Tirol seit mehr als 50 Jahren auch andere Erstsprachen im Unterricht verankert sind. Dadurch wird nicht nur die sprachliche Vielfalt bewahrt, sondern auch die mehrsprachige Bildung gezielt gefördert. Sprache ist weit mehr als ein Mittel zur Verständigung – sie trägt Kultur, Tradition, Identität und Heimat in sich“, so LHStv Wohlgemuth.

Muttersprachlicher Unterricht in Tirol

Im Schuljahr 1972/73 wurde in Österreich erstmals muttersprachlicher Unterricht in Serbokroatisch, Slowenisch und Türkisch angeboten. Seit dem Schuljahr 1993/94 wurde das Angebot in den Regelunterricht übernommen. In Tirol besuchen im Schuljahr 2024/25 rund 2.300 SchülerInnen den muttersprachlichen Unterricht in insgesamt 19 Sprachen.

„Jede Schülerin und jeder Schüler sollte die Chance erhalten, die eigenen muttersprachlichen Kompetenzen im Unterricht zu erweitern. Der muttersprachliche Unterricht fördert seit über 50 Jahren gezielt die sprachliche Vielfalt in Tirol und ermöglicht es den Schülerinnen und Schülern, neben der Schulsprache Deutsch auch ihre Muttersprache weiterzuentwickeln“, betont Bildungslandesrätin Hagele die Relevanz dieses Bildungsangebots.

Statistiken zeigen, dass SchülerInnen mit nicht-deutscher Erstsprache das Schulsystem häufiger ohne Pflichtschulabschluss verlassen, als SchülerInnen mit Deutsch als Erstsprache. „Diese Zahlen zeigen deutlich, dass Sprachförderung essenziell ist, um Chancengleichheit zu schaffen. Sprachliche Barrieren erschweren nicht nur den Zugang zu Bildung und dem Arbeitsmarkt, sondern behindern auch die persönliche und berufliche Weiterentwicklung“, betont LHStv Wohlgemuth.

Über den Tag der Muttersprache

Der Internationale Tag der Muttersprache wurde 1999 von der UNESCO ins Leben gerufen, um die sprachliche und kulturelle Vielfalt weltweit zu fördern. In Österreich werden rund 250 verschiedene Sprachen gesprochen, was die kulturelle Bereicherung und die Notwendigkeit einer wertschätzenden Haltung gegenüber Mehrsprachigkeit unterstreicht.